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Persönlichkeitsentwicklung: Wie es gelingt, Ziele zu erreichen

Sie wissen, was Sie wollen – aber irgendwie klappt es trotzdem nicht. Der Grund dafür ist kein Charakterfehler, sondern ein Mechanismus. Die gute Nachricht: Man kann lernen, diesen zu verstehen und verändern.
Von Sonja Kupferschmid und Sophie Plüss, CZO Coachingzentrum Olten GmbH
Kennen Sie dieses Gefühl: Sie nehmen sich fest vor, morgens früh Sport zu treiben oder endlich ein Projekt anzugehen, das schon lange ansteht. Die Motivation ist am Abend zuvor da, doch am nächsten Tag bleibt alles beim Alten. Dies sollte jedoch nicht als Zeichen von Schwäche angesehen werden, sondern als ein Zeichen, dass Motivation bei der Zielumsetzung allein nicht ausreichend ist. Was es zusätzlich braucht, ist Volition.
Motivation und Volition
Die beiden Begriffe Motivation und Volition tauchen insbesondere im Kontext der Persönlichkeitsentwicklung und bei der Erklärung menschlichen Handelns auf. Motivation beschreibt Prozesse, die das Setzen und Bewerten von Zielen betreffen. Es geht dabei darum, was eine Person will und ihr Handeln, um das angestrebte Ziel zu erreichen. In der prädezisionalen (Abwägungsphase) und in postaktionalen Handlungsphasen (Bewertungsphase) dominiert die Motivation.
Volition beschreibt hingegen die Willenskraft eines Menschen, ein Ziel zu erreichen. Dabei geht es um die Umsetzung der Motivation in konkrete Handlungen und Taten. Der deutsche Managementforscher und Hochschuldozent Waldemar Pelz definiert Volition wie folgt: «Volition ist die Fähigkeit, Wunschvorstellungen (Absichten, Motive oder Ziele) in gezielte Handlungen umzusetzen, die zu Resultaten (Erfolgen) führen.»
Das Rubikon-Modell
Mit den beiden Begriffen Motivation und Volition wird oft das Rubikon-Modell von Heinz Heckhausen und Peter Gollwitzer (1987) in Verbindung gebracht. Das Rubikon-Modell unterteilt eine Handlung in vier Phasen: die Abwägungsphase, die Planungsphase, die Handlungsphase und die Bewertungsphase. In der Abwägungsphase werden Ziele definiert und entschieden, welches Ziel umgesetzt wird. Ein solches Ziel kann beispielsweise lauten: «Ich möchte häufiger kochen.» Danach folgt die Planungsphase, in der ermittelt wird, wie das Ziel bestmöglich erreicht werden kann und wie die Motivation dabei aufrechterhalten bleibt. In der dritten Phase, der Handlungsphase, werden die Vorsätze der ersten zwei Phasen umgesetzt. In der Bewertungsphase wird beurteilt, ob die erwünschten Ergebnisse erreicht wurden.
Wer willst du werden?
Damit man seine Träume, Ziele und Wünsche erreicht, spielen nicht nur Motivation und Volition eine Rolle, sondern auch die Persönlichkeitsentwicklung. Diese baut auf drei Säulen auf: Selbsterkenntnis, Selbstakzeptanz und Selbstveränderung. Persönlichkeitsentwicklung ist jedoch nicht als ein Prozess zu verstehen, der irgendwann abgeschlossen ist, sondern als eine dynamische, bewusste und kontinuierliche Aktivität.
Doch wie kann die Persönlichkeit weiterentwickelt werden? Dies kann durch deutliche Veränderungen wie zum Beispiel einen Auslandsaufenthalt oder eine Weiterbildung geschehen. Doch auch auf den ersten Blick eher unscheinbare Handlungen wie zum Beispiel das Führen eines Tagebuchs, Meditation oder mehr Bewegung kann bei der Persönlichkeitsentwicklung unterstützen. Auch die Frage nach dem Warum ist oft aufschlussreich für die eigene Persönlichkeit: «Warum tue ich das, was ich tue?» und «Was treibt mich wirklich an?»
Vom Wollen zum Werden
Motivation bringt uns ins Träumen, während Volition uns ins Handeln bringt. Die Persönlichkeitsentwicklung bringt uns dahin, wo wir immer sein wollten. Diese drei Konzepte sollten jedoch nicht isoliert voneinander betrachtet werden, sondern ineinandergreifend. Wer sich nur auf die Motivation verlässt, merkt schnell, dass diese kommt und geht. Wer zusätzlich Volition besitzt, weiss auch dann weiterzumachen, wenn Motivation und Begeisterung für eine Sache nachlassen. Wer sich ergänzend dazu mit Persönlichkeitsentwicklung befasst, legt das Fundament für nachhaltige und tiefgreifende Veränderungen.
Der erste Schritt muss dabei kein grosser sein. Oft reicht zunächst eine einzige Frage an sich selbst und eine ehrliche Antwort darauf: «Wer möchte ich werden – und vor allem: Was tue ich heute dafür?»
Und wenn Sie merken, dass Sie allein bei dieser Frage nicht weiterkommen, ist das keine Schwäche, sondern eine Chance, ein Coaching oder eine Begleitung in Anspruch zu nehmen, um in einem geschützten Raum dieser Frage nachzugehen und Ihren Zielen nicht nur näher zu kommen, sondern sie tatsächlich zu erreichen.



