Partner & Experten

Rechtliche Orientierung braucht Zeit, Präzision und Vertrauen

Partner & Experten5 Min. Lesezeit

von Redaktion Konsumentenbund

IMG_0295

In unserer Beitragsreihe stellen wir Unternehmen und Expertinnen und Experten aus dem Netzwerk des Schweizerischen Konsumentenbunds vor – Partner, die für Qualität, Verlässlichkeit und echte Kundennähe stehen. Heute: Claudia Zumtaugwald von der Rechtsanwaltskanzlei Claudia Zumtaugwald.

Rechtliche Fragen lassen sich selten mit einer schnellen Patentantwort lösen. Rechtsanwältin Claudia Zumtaugwald erklärt, weshalb eine sorgfältige Sachverhaltsanalyse, rechtzeitiges Handeln und ein offener Austausch für eine wirksame rechtliche Begleitung entscheidend sind.

Am Anfang steht das genaue Zuhören

Wenn sich jemand mit einem rechtlichen Anliegen an Claudia Zumtaugwald wendet, beginnt die Arbeit mit einem ersten Telefongespräch von rund 15 Minuten. Dabei lässt sie sich erklären, worin das Problem besteht. Werden Fristen eingehalten, bietet sie sehr schnell einen Termin an. Bei Bedarf ist sie auch bereit, zu den Klientinnen und Klienten zu gehen.

Dabei gilt es, die Erwartungen von Beginn weg realistisch einzuordnen. Rechtsanwältinnen und Rechtsanwälte können keine Garantie für den Ausgang eines Verfahrens geben – entscheiden tut immer der Richter. Eine Einschätzung ist deshalb stets persönlich. Viele Klientinnen und Klienten möchten möglichst rasch wissen, wie ihre Chancen stehen. Doch die Erfassung des Sachverhalts kann sehr aufwendig sein. Manchmal kommen Tatsachen zum Vorschein, mit denen man nicht gerechnet hat oder die der Rechtsvertretung nicht mitgeteilt wurden. Umgekehrt ist die Klientschaft gehalten, umfassend zu informieren und sich zugleich auf das Wesentliche zu beschränken.

Für Claudia Zumtaugwald besteht eine zentrale Aufgabe darin, den Richter vom Kern des Anliegens zu überzeugen und den Sachverhalt äusserst detailliert darzustellen. Deshalb lässt sie sich alle Vorakten geben, damit die Ausgangslage korrekt erfasst werden kann.

Fristen, Vollmachten und rechtzeitige Unterstützung

Ein besonders kostspieliger Fehler ist es, Fristen verstreichen zu lassen. Wenn Fristen nicht eingehalten werden, kann die Anwältin oder der Anwalt selten noch etwas erreichen. Rechtssuchenden rät Claudia Zumtaugwald deshalb, rechtzeitig eine Rechtsanwältin oder einen Rechtsanwalt aufzusuchen. Ebenso wichtig ist es, sich gut zu informieren, bevor man etwas unterzeichnet.

Wie wichtig dies sein kann, zeigt ein Fall aus dem Sozialhilferecht beziehungsweise im Zusammenhang mit Ergänzungsleistungen. Ein Klient musste zunächst davon überzeugt werden, eine Vollmacht zu erteilen. Er konnte aufgrund des knapp bemessenen Sozialhilfegeldes keine Anzahlung leisten und glaubte zunächst nicht, dass die Anwältin auch ohne Anzahlung für ihn tätig würde. Der Fall machte deutlich, dass viele Rechtssuchende nicht immer über ihre Möglichkeiten im Bild sind und die formellen Anforderungen an rechtzeitige Einsprachen beachtet werden müssen. Auch die Hemmung, eine Anwältin oder einen Anwalt aufzusuchen, wenn man nicht bezahlen kann, spielte eine Rolle.

Nach Unterzeichnung der Vollmacht war der Klient sehr kooperativ und bemühte sich, die nötigen Unterlagen zu beschaffen. Schliesslich konnte er von der Sozialhilfe abgelöst werden und Ergänzungsleistungen als Ergänzung zur AHV-Rente beziehen. Auch wenn er in einem Teilgebiet des Verfahrens ohne Beizug eines Anwalts gewonnen hatte, brauchte es für diesen Fall anwaltlichen Beistand. In einem weiteren, ebenfalls anspruchsvollen Fall vertrat Claudia Zumtaugwald einen Arbeitgeber bei der Rückforderung von Krankentaggeldern; dieses Verfahren endete mit einem Vergleich.

Klare Kommunikationswege und ein verantwortungsvoller Umgang mit Mandanten

Im Arbeitsalltag setzt Claudia Zumtaugwald auf klare Kommunikationskanäle: nicht per WhatsApp, sondern telefonisch oder per E-Mail. Sie macht ihren Kundinnen und Kunden transparent, dass sie nicht immer sofort telefonisch erreichbar ist, aber zurückruft und sie sich etwas gedulden müssen. Oft lautet ihr Rat auch: Zuerst den Entscheid oder die Verfügung abwarten. Dann kann sie besser aktiv werden, wenn sie wirklich weiss, worum es geht.

Besonders sorgfältig geht sie vor, wenn jemand wegen Unzufriedenheit mit der bisherigen Vertretung einen Anwaltswechsel erwägt. Anders als Rechtsanwältinnen oder Rechtsanwälte, die ein Mandat in einer solchen Situation sofort annehmen, fragt sie, ob sie die frühere Rechtsvertretung kontaktieren darf, um zu prüfen, ob ein Wechsel überhaupt zielführend ist. Der Anstand gegenüber Kolleginnen und Kollegen ist ihr wichtig. Wer die Anwältin wechseln möchte, soll sich dies sehr gut überlegen. Hat sie genügend Anlass dazu, äussert sie auch ihre Entrüstung, wenn sie ersetzt werden soll. Gleichzeitig warnt sie davor, von einer neuen Anwältin oder einem neuen Anwalt Wunder zu erwarten.

In besonderen Situationen war Claudia Zumtaugwald zudem bereit, mit der Honorarnote herunterzugehen – etwa dann, wenn ein Mandat über einen Vermittler wie ein Treuhandbüro kam. Die Zusammenarbeit mit Gleichgestellten ist ihr wichtig.

Rechtliche Rahmenbedingungen kritisch betrachten

Auch bei Abänderungen von Scheidungsurteilen sieht Claudia Zumtaugwald Verbesserungsbedarf. Nach ihrem Dafürhalten werden an den Abänderungsgrund zu strenge Anforderungen gestellt. Häufig werden Vereinbarungen abgeschlossen, bei denen nicht immer an alles gedacht wird; die Rechtssicherheit wird nicht immer korrekt eingeschätzt.

Eine konkrete gesetzliche Regelung, die sie gerne überdenken lassen würde, betrifft die Verjährungsfristen bei Werkmängeln. Diese seien zu kurz.

Digitalisierung und KI: Information ersetzt keine Fallanalyse

Die Digitalisierung lässt sich nicht aufhalten und bietet durchaus Vorteile, etwa wenn man rasch etwas im Internet sucht. Das korrekte Zusammensetzen der Informationen erspart sie jedoch nicht. Zudem erlebt Claudia Zumtaugwald immer wieder, dass KI-Antworten aufpoppen, die nicht auf das antworten, was tatsächlich gesucht wird.

Dem Einsatz von KI im Rechtsbereich steht sie entschieden kritisch gegenüber. Der gesamte Sachverhalt werde dadurch nicht wirklich erfasst. Sie erhielt bereits Zusammenfassungen von Klienten zur Frage, ob ein Fall weitergezogen werden solle; diese enthielten jedoch nicht mehr, als sie dem Klienten selbst hätte sagen können. Für sie bedeutete das zusätzlichen Aufwand, weil sie alles lesen und den Klienten von ihrer Strategie überzeugen musste. KI könne nur auf das antworten, was sie verstehe; die Analyse bleibe aufwendig.

Mit Blick auf die Zukunft will sich Claudia Zumtaugwald weiterhin breitfächig engagieren, damit sie ihren Klientinnen und Klienten einen guten Überblick geben kann. Gerade im Versicherungsrecht wird Komplexität bestehen bleiben. Es braucht ein gutes Einarbeiten, wofür die Klientschaft Verständnis entwickeln muss. Nicht selten bestehen zudem falsche Vorstellungen von Gerechtigkeit. Umso wichtiger bleibt eine persönliche, präzise und auf den konkreten Fall abgestimmte rechtliche Begleitung.

——————————————————————————————

Ein Partnerunternehmen des Schweizerischen Konsumentenbunds

Weitere Informationen zur Rechtsanwaltskanzlei Claudia Zumtaugwald finden Sie auf der Firmen-Website unter:

https://www.advo-kanzlei.ch/

Passende Unternehmen

← Zurück zum Blog