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Tag der Erde 2026: Konsumentscheidungen umdenken

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Porträt von Moët Jacobivon Moët Jacobi

Tag der Erde 2026

Heute ist der diesjährige Tag der Erde. Ein Tag, an dem man mit kleinen Gesten unserem Planeten etwas zurückgeben kann. Auch für eine Reflexion des eigenen Konsumverhaltens bietet dieser Tag eine optimale Möglichkeit.

Wie man in verschiedenen Berichten nachlesen kann, etwa bei UNESCO oder Earthday.org, geht die Gründung des Tages auf das Jahr 1970 und den damaligen Senator von Wisconsin, Gaylord Nelson, zurück. Es war jedoch John McConnell, der ein ähnliches Konzept bereits einen Monat im Voraus vorgeschlagen hatte. McConnell präsentierte die Idee auf der UNESCO-Konferenz in San Francisco und legte das Datum auf den 21. März 1970, den Tag des Frühlingsbeginns – zumindest auf der Nordhalbkugel. Bei seinem Vorschlag ging es nicht nur um den Schutz der Umwelt, sondern auch um Themen wie Frieden und Gerechtigkeit.

Einen Monat später schlug Nelson seine Idee eines nationalen «Environmental Teach-In Day» vor, einen Tag des Lernens über die Thematik der Umwelt. Eigentlich war dieser für Studierende an seinem Campus gedacht, doch als er den jungen Aktivisten Denis Hayes rekrutierte, wurde der Tag schnell grösser. Unter anderem benannten die beiden den Tag um in Earth Day. 1970 wurde der Tag erstmals in den USA begangen. 1990 wurde der Tag durch die Arbeit von Hayes zu einem international gefeierten Tag.

Die Idee, der Erde einen Tag zu widmen, ist ein guter Anlass, um sich bewusst zu machen, was wir unserem Planeten alles verdanken. Im Alltag geht das oft unter. Viel wichtiger erscheinen dann der Streit mit einer geliebten Person, das verletzte Haustier oder die Krise im Job. Der heutige Tag bietet einem die Möglichkeit, sich daran zu erinnern, die Erde zu würdigen. Das kann sowohl im Kleinen als auch im Grossen geschehen, je nachdem, was einem gerade entspricht. Rausgehen und ein Blümchen pflanzen, offline bleiben, einen Spaziergang machen und den allgegenwärtigen Abfall einsammeln oder aber an einem gemeinschaftlichen Anlass teilnehmen. Auch bewusstes Konsumieren ist an diesem Tag ein Thema.

Das sieht auch der WWF so, der uns zur Thematik Auskunft gibt. Zwar ist der Earth Day bei ihnen kein kommunizierter Aktionstag, aber dennoch ein wichtiger Orientierungspunkt im Kalender. Der Tag der Erde kann helfen, «das Bewusstsein dafür zu stärken, dass Natur kein Nice-to-have ist, sondern unsere Existenzgrundlage.» Der WWF ermutigt dazu, die Nähe zur Natur zu stärken, indem man draussen Zeit verbringt. Allerdings gilt das nicht nur für den Earth Day, sondern für jeden Tag aufs Neue, um schlussendlich eine langfristige Veränderung bewirken zu können.

Massenkonsum ist eines dieser Beispiele, bei denen man eine Veränderung erzielen kann, indem man sich aktiv dagegen entscheidet. Der Überkonsum zeigt sich in vielerlei Bereichen. Kleidung ist einer davon. Laut einem SRF-Beitrag zum Earth Day 2022 kauft die durchschnittliche Schweizerin oder der durchschnittliche Schweizer pro Jahr 60 neue Kleidungsstücke. Sechs Kilogramm werden jährlich pro Person entsorgt. Der Tag der Erde bietet damit auch die optimale Gelegenheit, sich an die eigenen Nase zu fassen und eine Veränderung zu bewirken.

Der WWF empfiehlt bei der Konsum-Thematik: bewusst kaufen, lieber weniger, dafür aber langlebig und qualitativ hochwertig. Labels können dabei Orientierung bieten. Wer Labels prüfen möchte, kann sich auf labelinfo.ch Hilfe holen. Sich über Dinge wie Ernährung, Mobilität und Wohnen Gedanken zu machen, sei sinnvoll, weil man hier eine Veränderung bewirken könne. Das bedeutet mehr pflanzliche Produkte, mehr ÖV und Velo und, wenn möglich, einen Umstieg auf nachhaltige Heizsysteme.

Der Tag der Erde ist ein Tag der Reflexion sowie eine Möglichkeit zu handeln. In ihrem Lied Irgendwas singt Yvonne Catterfeld: «Schauen im Weltall nach, uns reicht nicht ein Planet», was die Thematik so ziemlich auf den Punkt bringt. Viele Menschen wissen um die Relevanz der Klimathematik, aber handeln nicht dementsprechend. Die Verantwortung der Einzelperson in die Schuhe zu schieben, wäre absurd, aber nur bei sich selbst kann man eine Veränderung aktiv bewirken. Der heutige Tag ist eine Möglichkeit dazu. Man kann sich seines Konsums bewusst werden. Man darf es auch lassen. Aber wenn nicht am heutigen Tag – sozusagen dem Geburtstag unserer Erde, unserer Grundlage, im wahrsten Sinne des Wortes – wann dann? Wie verbringen Sie den Tag der Erde? Weitere Anregungen würden uns sehr interessieren.

Quelle Bild: NASA

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